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Venenprobleme früh erkennen und durch venenbewusste Lebensführung vorbeugen

Kranke Venen sind weit verbreitet und sind weder ein reines Frauenproblem noch eine reine Alterserscheinung. Bei Ultraschall-Doppler-Untersuchungen wurde festgestellt, dass viele der zwölf- bis vierzehnjährigen Kinder eine beginnende Venenschwäche aufweisen. Bei den sechzehn- bis achtzehnjährigen Jugendlichen ist die Zahl der Betroffenen sogar noch höher.

Durch mangelnde Bewegung oder auch durch Vererbung erschlafft das Bindegewebe in den Beinen.

Viele Jugendliche kennen das Risiko nicht und ergreifen dann noch Berufe, die mit langem Stehen oder Sitzen verbunden sind, was noch einmal Gift für die Venen ist. Ziel muss es sein, schon jüngere Menschen auf die Gefahren von Venenleiden (wie Krampfadern) hinzuweisen, zumal die Möglichkeit einer Erkrankung durch die heutigen Lebensgewohnheiten zunimmt.

Spezielle Behandlungsmethoden für Jugendliche mit Krampfadern
Die Zahl der Jugendlichen, welche Veränderungen an ihren Beinvenen aufweisen, hat in den letzten Jahren zugenommen. Zur Zeit rechnet man mit 30% der Jugendlichen, die hiervon befallen sind. In vielen Fällen äußert sich das beginnende Krampfaderleiden durch die Ausbildung von Besenreiserästchen (feinste Erweiterungen der Haargefäße in der Haut). Diese stellen bei Jugendlichen nicht nur eine ästhetische Störung dar, sondern können einen Hinweis geben auf das sich in späteren Jahren entwickelnde deutliche Krampfaderleiden.

Als Ursache für die in unserer Zeit vermehrt auftretenden Venenleiden bei Jugendlichen kann man die ungünstige Lebensform ansehen, mit zunehmendem Bewegungsmangel und vermehrtem Sitzen vor dem Computer bzw. Fernseher.

Da den Krampfadern in der Regel eine Bindegewebsschwäche – zum Teil vererbt - als tiefer liegende Ursache zu Grunde liegt, müssen diese Jugendlichen damit rechnen, dass das Venenleiden zunehmen wird und dass sie evtl. Zeit ihres Lebens damit zu tun haben werden. Aus diesem Grunde ist eine frühzeitige Diagnostik und eine sehr früh einsetzende Beratung und ggf. Behandlung von großer Bedeutung. Die Untersuchungs- als auch Behandlungstechniken sollten dabei bei Jugendlichen einige Besonderheiten beinhalten:

Untersuchung
Es kommen nur minimal invasive, das heißt völlig ungefährliche und nicht belastende Methoden, zum Einsatz. Das sind Ultraschalluntersuchungen in Form der Doppler- bzw. Farbduplextechnik, die Lichtreflexionsrheographie (eine optoelektronische Methode) ggf. ergänzt durch die Venenverschluss-Plethysmographie (Blutvolumenmessung in den Beinen).

Durch all diese nicht belastenden und nicht schmerzenden sowie völlig risikolosen Untersuchungen kann man auch im Frühstadium die Situation eines erkrankten Venensystems sicher abklären.

Beratung und Vorbeugung
Die Beratung über gesunde Lebensführung und über die geeignete Berufswahl spielen eine eminent große Rolle. Venengünstige Lebensumstände sollten gefördert und venenschädliche gemieden werden.

Zu den venengünstigen Maßnahmen zählen:
  • Viel Bewegung, insbesondere Ausdauersportarten wie Power Walking, Joggen, Fahrradfahren, Heimtrainer, Stepper, Schwimmen, Skilanglauf, etc.
  • 3-L - 3-S-Regel: Lieber Laufen und Liegen - Statt Sitzen und Stehen. Es heißt also überflüssiges langes Sitzen und Stehen sollte vermieden werden.
  • Kneipp'sche Anwendungen in Form von kalten Duschen.
  • Frühzeitige Beachtung des Gewichtes mit Vermeidung von Gewichtszunahme besonders an den Beinen.
  • Regelmäßiger weicher Stuhlgang mit Vermeiden von Pressen.
  • Kontinuierliche Maßnahmen zur Straffung des Bindegewebes durch entsprechende Bewegungs- und Fitness-Übungen, evtl. auch im Fitness-Studio.
  • Bei Beinbeschwerden in Form von Schwellungen, Spannungsgefühl, Schmerzen ggf. Einsatz von Kompressionsstrümpfen. In der Regel sind Strümpfe vom Vorfuß bis zum Knie (A-D Strümpfe) Kompressionsklasse II ausreichend. Diese Strümpfe brauchen nicht den ganzen Tag, sondern nur stundenweise getragen zu werden, bei Phasen des langen Sitzens (in der Schule) oder bei langem Stehen.

Behandlung
Falls die Krampfadern behandelt werden müssten, so sollten auch hier minimal-invasive d.h. absolut ungefährliche und risikolose bzw. im höchsten Maße risikoarme Techniken zum Einsatz kommen:

1. Minichirurgische Phlebektomie
Hierbei werden die Krampfadern nach Anlegen eines 2-3 mm großen Hautstiches entfernt. Es handelt sich um ein sog. schnittfreies Verfahren, welches im Idealfall ohne sichtbare Narbe verheilt.

2. Isolierte Crossektomie ohne Stripping
Verschluss eines ursächlichen Venenklappendefektes in der Leiste bzw. Kniekehle, wobei möglichst die Stammvene erhalten werden sollte und nur Astkrampfadern entfernt werden.

3. Verödung/ Laser
Gezielte Verödungsbehandlung mittelgroßer Krampfadern. Hierdurch kommt es zu einem Verkleben der Krampfadern, so dass sie nicht mehr nachweisbar sind. Manchmal kann aber ein harter kleiner Strang zurückbleiben. Die allerfeinsten Äderchen (Pinselfiguren) werden feinverödet oder gelasert.

Fazit:
Ganz entscheidend ist die frühzeitige Aufklärung der jungen Patienten über den chronischen Charakter ihres Leidens. Die Jugendlichen müssen wissen, dass sie durch eine kontinuierliche venenbewusste Lebensführung sowie durch eine kluge Berufsauswahl ein Voranschreiten des Krampfaderleidens lange Zeit hintanstellen können bzw. dass sie nach einem erfolgten Eingriff durch solche Maßnahmen eine wesentliche Rezidivprophylaxe (Prophylaxe gegen das erneute Auftreten von Krampfadern) vornehmen können.

Falls operative Maßnahmen unumgänglich sind, sollten diese mit größtmöglicher Sicherheit und Risikolosigkeit durchgeführt werden. Es wäre fatal, wenn bei einem jungen Patienten eine Komplikation eintreten würde, welche dann zu einem - evtl. lebenslangen - Dauerschaden führen würde.

Die Auswahl eines routinierten und erfahrenen Phlebologen bzw. phlebologisch orientierten Chirurgen ist somit von entscheidender Bedeutung.


Die Deutsche Venen-Liga veranstaltet bundesweit Venentage mit kostenlosen Venen-Check-Up's (10-minütige Kurzuntersuchungen). Der Deutsche Venentag ist die größte Aufklärungskampagne in Deutschland gegen die Volkskrankheit Venenleiden.
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Schon in der Pubertät geht es los: Das Leiden mit den Beinen...

Übergewicht im Kindesalter und abnehmende Fitness sind ernste Signale. Experten sagen voraus: Die zukünftige Erwachsenengeneration wird es mit Herz-Kreislauf- und Venenerkrankungen zu tun bekommen. Deshalb gilt: Heute Sport, statt morgen Spätfolgen.

Kinder sind immer in Bewegung, rennen Bällen hinterher, klettern auf Bäume, sind aus dem Freibad erst herauszukriegen, wenn sie blaue Lippen haben und wollen trotzdem abends nicht ins Bett. Dieses idyllische Bild bekommt im Zeitalter der DVD's und Computerspiele Risse. Vor dem Fernseher und dem PC werden die Erwachsenen von morgen zu dicklichen Bewegungsmuffeln. So ergab eine Studie aus Hamburg, dass ab dem zehnten Lebensjahr jedes sechste Kind in Deutschland Übergewicht hat. Und das Körpergewicht belastet das Venensystem der Beine enorm.


Expertentipps: Mobile Kids

  • Es nützt nichts: Voraussetzung für mobile Kinder sind mobile Erwachsene. Um Spätfolgen von falscher Ernährung und Bewegungsarmut zu vermeiden, müssen Eltern Bewegung in den Alltag bringen.
  • Die besten Sportarten: Wandern, Joggen, Spazierengehen, Radfahren. Schwimmen. Das fördert nicht nur die Durchblutung, es hält auch die Venen intakt.
  • Für Jungen ist Fußball die Lieblingssportart. Mädchen geben in Umfragen Inline-Skaten als den Top-Favoriten an. Also: Ab auf den Bolzplatz. Skatende Töchter können per Rad begleitet werden.
  • Allgemeine Tipps: Radtour oder Schwimmbad am Wochenende. Anmeldung im Sportverein. Dort gibt es spezielle Angebote für Kinder.
  • Frühstück: Müsli und Obst
  • Schulpause: Belegtes Brot mit viel Brot und wenig Auflage, ein Stück Obst oder Rohkost, ein ungezuckertes Getränk (Mineralwasser, Früchtetee).
  • Mittagessen: Viel Gemüse, dazu Kartoffeln, Nudeln oder Reis sowie ein kleines Stück Fleisch oder Fisch.
  • Zwischenmahlzeit: Nachmittags ein Stück Obst oder einen Joghurt.
  • Abendessen: Eine Brotmahlzeit, ein Salat.
  • Allgemeine Tipps:
Süßigkeiten sind nicht grundsätzlich verboten, sollten aber als etwas Besonderes genossen werden. Kinder und Jugendliche sollten viel trinken, zum Beispiel Mineralwasser oder verdünnte Obstsäfte. Weil sie das meistens nicht von allein tun, sollten Erwachsene daran erinnern.


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