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Krampfadern? Der Laser ist kein Allheilmittel

Bad Bertrich. Fast jeder Zweite hat in seinem Leben mit Krampfadern zu tun. Für die meisten Betroffenen ist es das Wichtigste, das die Krampfadern nach der Behandlung dauerhaft weg sind. Die Laserbehandlung hat sich als schonende Alternative zum traditionellen Stripping-Verfahren etabliert. Doch Venen-Experten (Phlebologen) warnen und weisen auf Studien hin, die zeigen, dass die Laserbehandlung gegenüber der Stripping-Operation bis zu fünf Mal häufiger zu frühen Rückfällen (Rezidiven) führt.

Venenspezialisten geben weiter zu bedenken, dass nicht alle Krampfaderbefunde für eine Laserbehandlung geeignet sind: Für Krankheitsstadien mit stark geschlängelten Krampfadern oder sackartigen Erweiterungen kommt die Lasertherapie nicht infrage. „Darum ist vor der Therapieentscheidung immer der erfahrene Venenspezialist bei der Diagnose gefragt, der die gesamte Palette der Behandlungsmöglichkeiten beherrscht“, sagt Dr. Michael Wagner, Präsident der Deutschen Venen-Liga e.V. (DVL), eine der großen Patientenvereinigungen in Deutschland.

Die Vorteile einer erfolgreichen Laserbehandlung sind unstrittig: Patienten können nach kurzer Zeit wieder nach Hause gehen, und es bleiben keine Narben zurück. Ein Krankenhausaufenthalt oder eine längere Krankschreibung sind nicht erforderlich. Zudem haben Patienten kaum Schmerzen. Den Bluttransport im Bein übernehmen im Laufe der Zeit andere Venen.

Allerdings: Kein Arzt wird eine Krampfader bis zur Mündung in die tiefe Stammvene lasern, sonst würde diese durch die große Hitze verletzt. So bleibt immer ein kleiner Venenstumpf übrig. Und darin kann sich wieder Blut ansammeln und zu einer neuen Krampfader führen. Wie hoch diese Rückfallgefahr ist, hängt auch von der Erfahrung des Arztes ab. Zudem übernehmen nicht alle gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Laserbehandlung.

Eine Studie*, die die Laserbehandlung und die klassische Stripping-Operation miteinander vergleicht, bestätigt, dass sich der Laser gegenüber der klassischen Stripping-Operation als nicht besser erwiesen hat. Gleichzeitig dokumentiert diese Studie zwei Jahre nach der Lasertherapie eine erhöhte „Refluxrate“, das bedeutet, dass sich nach dem Laser-Eingriff häufiger Krampfadern erneut bilden.

 * Die Publikation ist in den Archives of Dermatology (2011; doi: 10.1001/archdermatol.2011.272) nachzulesen.

Informationen zu Venenerkrankungen finden Sie unter www.venenliga.de. Dort können Sie unter der gebührenfreie Venen-Hotline Tel. 0800 4443335 viele Tipps zur Vorbeugung und Behandlungsmethoden kostenlos bestellen.