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So gefährlich ist eine Lungenembolie

Bad Bertrich. Die bekannte SWR-Radio- und Fernsehmoderatorin Stefanie Tücking (56) starb am 1. Dezember 2018 plötzlich und völlig unerwartet. Wie jetzt bekannt wurde, war die Todesursache eine Lungenembolie. Was genau ist das? Und wie kann man vorbeugen?

„Eine Lungenembolie entsteht, wenn ein Blutgefäß in der Lunge durch einen Blutpfropf (Thrombus) verstopft ist. Ein Blutpfropf bildet sich häufig im Bein oder in der Hüfte und gelangt in die Lunge. Wenn dort die feinen Gefäße verstopft werden, kommt es zur lebensbedrohlichen Lungenembolie“, sagt Dr. Michael Wagner, Präsident der Deutschen Venen-Liga (DVL), einer der größten Patientenvereinigungen in Deutschland.
Der Gefäßspezialist weiß, dass Thrombosen im Vorfeld zu verhindern oder diese rechtzeitig zu diagnostizieren nicht einfach ist. Sie verlaufen häufig beschwerdefrei oder es handelt sich um ganz alltägliche Symptome, die nicht ernst genommen werden: „Bei ersten Anzeichen sollte darum unbedingt ein Venenspezialist (Phlebologe) aufgesucht werden.“
Erste Beschwerden zeigen sich häufig in Form einer Schwellung des Beines, Schmerzen oder Spannungsgefühl in der Wade. Es können aber auch alltägliche Beschwerden sein wie Fieber, Muskelkaterschmerzen in der Wade oder Fußsohlenschmerzen. Deswegen kann auch ein junger Mensch an einer Lungenembolie sterben

Mit steigendem Lebensalter nimmt die Thrombosegefahr allerdings zu. Starkes Übergewicht und familiäre Veranlagung können die Entstehung begünstigen. „Auch Patienten mit Krampfadern und Frauen, die die Anti-Baby-Pille nehmen, haben ein vielfach erhöhtes Thromboserisiko. Deshalb raten wir zur frühzeitigen Venentherapie. Mit moderner Ultraschalldiagnostik kann die Thrombose bestätigt oder ausgeschlossen werden. Und bei längeren Auto- und Busreisen oder auf Langstreckenflügen sollten vorsorglich Kompressionsstrümpfe getragen werden“, rät DVL-Präsident Dr. Wagner. Allein in Deutschland sterben jährlich ca. 100.000 Menschen infolge von Venenthrombosen; europaweit sind es über 500.000.
(Quelle: Der Chirurg 7/2007)

Bei der Deutschen Venen-Liga e.V. gibt es eine Venenfibel mit vielen Tipps zur Vorbeugung. Sie kann gebührenfrei angefordert werden: Deutsche Venen-Liga e.V., Hauptgeschäftsstelle, Sonnenstr. 6, 56864 Bad Bertrich, www.venenliga.de