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Kopfschmerzen können Thrombosen auslösen

Bad Bertrich. Etwa ein Fünftel aller Frauen und acht Prozent der Männer leiden unter  Migräne. Das ist schon unangenehm genug. Aber 15 bis 30 Prozent aller Migräne-Patienten leiden unter einer so genannten Migräne mit Aura: Hier kommen zu Attacken artigen Kopfschmerzen noch Seh- oder Sprachstörungen.

Besonders Frauen mit häufiger Migräne mit Aura sollten auf Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht und behandelt werden, weil sie häufiger Herzinfarkte, Schlaganfälle und venöse Thrombosen erleiden. Das haben zwei große Studien aus den USA und Dänemark aktuell bestätigt.

An der amerikanischen Studie* haben rund 400.000 Migränepatienten und 750.000 nicht Betroffene als Kontrollgruppe teilgenommen. Ergebnis: Das Risiko für eine Gefäßerkrankung war um 42 Prozent, für einen Schlaganfall um 41 Prozent und für Herzinfarkte um 23 Prozent bei Migränepatienten erhöht. Wer bei Migräneanfällen eine Aura erlebt hatte ein um 56 Prozent höheres Risiko für Schlaganfälle.

Während die Sterblichkeit an Krankheiten aller Art in der gesamten Gruppe nicht höher war als bei der Kontrollgruppe, galt das nicht für Migräne mit Aura. Die Gesamtsterblichkeit dieser Patienten war um 20 Prozent erhöht. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine aktuelle Studie aus Dänemark*, die die Daten von über 50.000 Patienten über einen Zeitraum von bis zu 19 Jahren mit denen von 500.000 Kontrollen verglichen hat.

Von dem erhöhten Risiko sollten sich Migränepatienten zwar nicht verängstigen lassen, denn die absolute Zahl der Betroffenen ist relativ gering. Eine Gruppe von Patienten erfordert aber nach den Studiendaten eine besondere Aufmerksamkeit: „Frauen mit häufigen Migräneattacken mit Aura sollten ihre gefäßbedingten Risikofaktoren, zum Beispiel die Einnahme der Pille oder wenn sie Raucherin sind, durch eine schmerz- und risikolose Diagnostik beim Gefäßspezialisten abklären lassen“, rät Dr. Michael Wagner, Präsident der Deutschen Venen-Liga e.V., einer der größten Patientenvereinigungen in Deutschland. Unter der kostenfreien Service-Hotline 0800 4443335 erhalten Interessenten Adressen von Spezialisten.

*Quellen: BMJ Open 2018;8: e020498 und BMJ 2018;360:k96


Weitere Informationen: Deutsche Venen-Liga e.V., Sonnenstraße 6, 56864 Bad Bertrich www.venenliga.de, info@venenliga.de, Tel. 02674 1448