presse
PDF Drucken

Zu wenig Bewegung macht junge Beine krank

Bad Bertrich. Eltern sollen und wollen ein Vorbild für ihre Kinder sein. Geht es um Bewegung, hat der Nachwuchs aber schlechte Karten: Nur 45 Prozent der Eltern in Deutschland bewegen sich gemeinsam mit ihren Kindern. Bei den Vier- bis Sechsjährigen sind es noch 57 Prozent, nur noch 27 Prozent bei den elf bis 14 Jahre alten Kindern. Das hat die aktuelle AOK-Familienstudie ergeben, die Anfang Juli in Berlin vorgestellt wurde.

Nur jedes zehnte Kind bewegt sich moderat im Rahmen der WHO-Empfehlung von 60 Minuten täglich. Im Durchschnitt bewegen sich alle Kinder nur an 3,6 Tagen pro Woche. „Auch wir beobachten schon seit einigen Jahren, dass die Zahl der Jugendlichen, die Veränderungen an ihren Beinvenen aufweisen, kontinuierlich zunimmt. Zu den Ursachen für die vermehrt auftretenden Venenleiden bei Jugendlichen gehören Bewegungsmangel, stundenlanges Sitzen vor dem Computer bzw. Fernseher und Übergewicht“, sagt
Dr. Michael Wagner, Präsident der Deutschen Venen-Liga e.V.,
einer der größten Patientenvereinigungen in Deutschland.

Aber auch Vererbung, erschlafftes Bindegewebe an den Beinen und hormonelle Veränderungen begünstigen das Entstehen von Venenproblemen, wie z. B. Krampfadern oder Besenreiser, bei Kindern und Jugendlichen. Wenn sich laut AOK-Familienstudie über 80 Prozent der Eltern mehr Spielmöglichkeiten im Freien wünschen, also Spielplätze und Parks, gut erreichbare Sportplätze, Turnhallen, Schwimmbäder und ein gut ausgebautes Radwegenetz, so geht das in die richtige Richtung - auch für gesunde Beine. Denn viel Bewegung, insbesondere Ausdauersportarten wie Power Walking, Joggen, Fahrradfahren, Heimtrainer, Stepper, Schwimmen oder Skilanglauf, bringt die Beine in Schwung.

Wohingegen Bewegungsarmut eng verknüpft ist mit Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit): Bei drei Vierteln der normalgewichtigen Eltern gehört körperliche Aktivität zur Freizeit, bei den Übergewichtigen und Adipösen (das sind 72 Prozent der Väter und 50 Prozent der Mütter) sind es hingegen nur noch 33 und 43 Prozent. Für die Studie wurden knapp 4900 Eltern befragt.

Die Broschüre „Venen-Fit Kinder und Jugendliche“ gibt Tipps zur Vorbeugung. Sie kann über die gebührenfreie Hotline 0800 4443335 bei der Deutschen Venen-Liga angefordert werden. Unter www.venenliga.de können Kinder und Jugendliche einen speziellen Venentest machen.