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BEHANDLUNGSMETHODEN

die moderne Krampfadertherapie

Die geeignete Behandlungsmethode oder Operationstechnik ist für jeden Patienten individuell auszuwählen. Das große Spektrum unterschiedlicher Verfahren in den spezialisierten Venenkliniken wird auf jeden Patienten und seinen individuellen Befund abgestimmt.

Eine aktuelle Studie bestätigt, dass bei Krampfaderoperationen, welche von Venenspezialisten (Phlebologen) durchgeführt werden, zu einem wesentlich geringeren Prozentsatz mit Neubildungen von Krampfadern gerechnet werden muss, als wenn ein Nichtspezialist diese Eingriffe durchführt. Die Erfahrung des Operateurs spielt also auch hier eine entscheidende Rolle.

Der Arzt bestimmt für jeden Befund die passende Therapie

Venen-Operationen und venenerhaltende Therapien

Jede Krampfaderoperation - aber auch jede neue innovative Behandlungsform - muss für den Patienten so schonend und so ästhetisch wie möglich sein.

Dabei bedarf jede Krampfader einer gesonderten Beurteilung. Welches Verfahren zum Einsatz kommt, hängt vom individuellen Befund ab sowie vom Alter des Patitenten als auch von eventuellen Nebenerkrankungen.

Stripping der Stammvenen

Das „Stripping" ist die bekannteste Operationstechnik bei Krampfadern. Dabei wird die kranke Vene nach Einführen einer Sonde durch einen kleinen Schnitt herausgezogen (gestrippt). Von großer Bedeutung ist hier, dass nicht jede kranke Stammvene entfernt werden muss. Falls sie nur im oberen Teil erkrankt ist, wird stammvenenschonend vorgegangen, das heißt der gesunde Venenteil bleibt erhalten (z.B. für eine evtl. später erforderliche Bypass-Operation). Es ist immer eine sehr verantwortungsvolle Entscheidung, ob man eine Stammvene opfern muss oder nicht. Die jüngste Erfahrung zeigt, dass man in vielen Fällen auch mit einem sehr schonenden invaginierenden Kurzstripping ein gutes Behandlungsergebnis erzielen kann.

Stripping-Standardverfahren

Die Stammvene wird mit einer biegsamen Sonde (Babcockstripper) herausgezogen.

Vorteil:
Lässt sich immer durchführen.

Nachteil:
Ein kleiner Hautschnitt am Unterschenkel ist erforderlich. Die Gewebetraumatisierung am Oberschenkel ist größer, d. h. es können sich Blutergüsse bilden, die nach einer gewissen Zeit aber wieder verschwinden.

Invaginierendes Mini-Stripping (PIN-Stripping)

Bei diesem Verfahren wird die Vene durch sich selber herausgezogen.

Vorteil:
Nur Stichinzision oder kleiner Gegenschnitt am Unterschenkel. Diese verheilt fast narbenfrei.

Nachteil:
Gelingt manchmal nicht, weil die Vene bei Verwachsungen nicht komplett entfernt werden kann.

Crossektomie

Hierunter versteht man den Verschluss der defekten Vene mit ihrer Venenklappe in der Leiste oder Kniekehle. Da in der Regel von diesem Venenklappendefekt das Krampfaderleiden ausgeht, stellt dieser Eingriff den entscheidenden operativen Akt dar.

Endoluminale Lasertherapie

Bei der Endoluminalen Lasertherapie wird die Stammvene nicht herausgezogen, sondern durch den Laserstrahl verschweißt. Hierbei wird in örtlicher Betäubung unter Ultraschallkontrolle durch ein feines Glasfaserlichtkabel die Laserlichtenergie „minimalinvasiv" in die Vene eingebracht. Es kommt zu einer Schrumpfung und letztlich zum Verschluss des Gefäßes.

Radiowellentherapie

Durch eine Punktion am unteren Ende des kranken Stammvenenabschnittes, das heißt in Kniehöhe oder am Unterschenkel wird ein winziger Hochfrequenzkatheter, unter Ultraschallkontrolle, in die kranke Vene eingeführt. Durch die Wärmeenergie schrumpft die Venenwand und die Vene verschließt sich. Die Behandlung kann ambulant unter lokaler Anästhesie durchgeführt werden.

Extraluminale Valvuloplastie

Dieses Verfahren repariert sozusagen die defekten Venenklappen. In örtlicher Betäubung wird mit einer Art Kunststoffmanschette die erweiterte Vene auf normalen Durchmesser gebracht, so dass sich die Venenklappen wieder schließen können und die Stammvene erhalten bleibt für eine eventuell spätere Bypass-Operation. Die Manschette funktioniert im Prinzip wie ein innerer Kompressionsstrumpf.

Phlebektomie - sog. minichirurgisches schnittfreies Operationsverfahren von Astvarizen (Häkelverfahren)

Die Astkrampfadern werden mittels kleiner Hautinzisionen und mit Hilfe von Spezialinstrumenten herausgezogen. Wenn die Inzisionen kleiner als ca. 2-3 mm gehalten werden können, heilen sie im Idealfall völlig narbenfrei.

Blutegel

Blutegel kommen vor allem zum Einsatz beim postthrombotischen Syndrom (PTS) - Entstauung des dicken Beines mit oder ohne Ulcus cruris, bei akuten Venenentzündungen, gezielt im Rahmen der Ulcus-Therapie, Schmerzlinderung und Entstauung des Gewebes in der Ulcus-Umgebung. Weiterer gezielter Einsatz der Blutegel-Therapie bei gestauten, schmerzhaften Venen (wie ein sehr sanfter Aderlass).