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Schuhkauf - nicht nur eine Frage der Mode

Sie machen, was wir wollen: Sie heben sich, sie senken sich, sie strecken sich. Und sie tragen uns im Laufe eines Lebens über 160.000 km weit. Sie sind Wunderwerke der Natur und geniale Alleskönner: unsere Füße. Mit ihnen können wir laufen, gehen, springen. Sie tragen unseren Körper, helfen ihn zu halten und zu bewegen. Manche von uns machen jedes Jahr über 5 Millionen Schritte - nein, keine Marathonläufer, sondern ganz normale Hausfrauen.

Wir stellen mit unseren Füßen täglich Rekorde auf. Aber das hat Folgen: Die Füße jucken, brennen, schwellen an. Die meisten von uns wissen zu wenig über ihre Füße und muten ihnen zu viel zu. Stundenlanges Stehen und Sitzen, Gehen auf flachen und harten Böden, Laufen in zu engen Schuhen. Hochhackige und spitze Schuhe machen die Schuhsohle zur Rutschpartie. Die Zehen werden gequetscht, Hornhaut und Hühneraugen bilden sich, Hammerzehen und Ballen entstehen. Die Durchblutung wird schlechter, das führt zu Krampfadern.

Wir fragten einen erfahrener Venenfacharzt und Chirurg: Gibt es tatsächlich Schuhe, die den Füßen und den Beinen gut tun? „Vielleicht drücken wir es erst einmal negativ aus: Alle Schuhe, in denen Füße keinen guten Halt haben, die den Fuß also nicht abstützen, ihm keine Möglichkeit zum Abrollen geben und in denen der Ballenbereich zu schmal ist, tun den Füßen nicht gut, schränkt aber auch Venenfunktion und Blutzirkulation ein." Und wenn die Belastungsebene von vorne nach hinten verlagert wird, zum Beispiel durch hohe Absätze, verschlechtert das die Funktion der Wadenmuskelpumpe. „Wenn man mal Abendschuhe mit Absätzen trägt, ist das kein Problem, aber dauerhaft nehmen die Venen Schaden. Das gilt aber auch für die sogenannten Latschen. Nicht vergessen darf man aber auch eine gute Körperhaltung für den Belastungseffekt. Wer krumm geht, belastet die Venen zusätzlich."

Schuhe und Strümpfe sollen niemals die Beine einengen oder einschnüren, denn alle engen Abschnürungen im Bereich der Waden, Knöchel und Füße führen zu einem Blutrückstau in den Venen. Die Folge ist, dass Flüssigkeit aus den Gefäßen ins Gewebe gedrückt wird. Dann können venöse Ödeme entstehen. Flaches Schuhwerk sorgt darüber hinaus dafür, dass der Fuß besser abrollen kann, was wiederum die Funktion der Wadenmuskelpumpe verbessert.

Hochhackige Schuhe sollten nur in Ausnahmefällen getragen werden. Denn jeder Absatz ist unnatürlich, ist ungesund. Steht man in gerader, natürlicher Haltung, verteilt sich das Körpergewicht zu etwa 90 Prozent auf das kräftige Fersenbein und zu 10 Prozent auf Ballen und Zehen. Bei hohen Absätzen kommt es zu einer Gewichtsverlagerung auf den Ballen.

Hohe Hacken machen jeden Schuh zu einer Rutschbahn. Die Zehen werden in die enge Spitze hineingequetscht und unnatürlich nach oben gebogen. Die Muskeln ziehen sich zusammen und verkrampfen. Die wichtigen Zehenmuskeln werden in ausgedehnter Stellung fixiert. Das Fersengelenk knickt seitlich ein und versteift sich gleichzeitig entgegen der natürlichen Beugung. Das Becken kippt nach vorn und zwingt die Wirbelsäule ins Hohlkreuz, lässt den Kopf nicht mehr frei tragen. Mögliche Folgen: Arthrosen in den Fuß-, Knie- und Hüftgelenken.

Auch Venenleiden haben mit wenigen Ausnahmen ihre Ursache in der Knickung des Fußes nach innen. Da im Fuß nur noch eine geringe Muskeltätigkeit ausgeübt wird, bleibt auch die innere Beinmuskulatur weitgehend beim Gehen untrainiert. Der Muskeldruck auf das venöse Adersystem fällt aus, es kommt zu Stauungen. Die Venen werden nicht mehr entlastet. Das ist der Anfang der Krampfadern.

Achten Sie beim Schuhkauf auf folgende Punkte:
• Kaufen Sie keine engen, zu kleine Schuhe. Die Zehen sollten in jedem Schuh nach vorne genügend Spielraum haben.
• Kaufen Sie Ihre Schuhe wenn möglich in den Abendstunden, denn der Fuß dehnt sich im Verlaufe des Tages aus.
• Achten Sie beim Schuhkauf auf atmungsaktive, natürliche Materialien. Diese sorgen für ein angenehmes Fußklima. Nur echtes Leder atmet und sorgt für ein gesundes, angenehmes Fußklima.
• Das Fußbett soll eine natürliche Abrollbewegung beim Gehen ermöglichen.

Freude am Laufen....
Für die meisten existiert sie nicht. Jeder Spaziergang, jede Art von Gehen oder Laufen ist für sie zu schmerzhaft und beschwerlich. Und dennoch: Bewegung ist die beste Therapie! Zum Beispiel das Laufen.

Laufen ist ohne großen Aufwand zu jeder Zeit an fast jedem Ort möglich. Aber: Begeben Sie sich langsam und vorsichtig auf die Strecke. Tipp für Einsteiger: ein bis zwei Minuten laufen, dann zwei Minuten locker gehen, dann wieder laufen. Der Körper muss sich erst wieder an die Bewegung gewöhnen. Die Laufdauer langsam steigern. Das Motto: mäßig aber regelmäßig.

Nicht vernachlässigen: Füße leisten täglich Schwerstarbeit.

Ein Viertel all unserer Knochen gehört zu den Füßen – jeder Fuß besteht aus 28 Knochen, 114 Bändern und 20 Muskeln. Die Fersenbeine tragen allein die Hälfte unseres Gewichts, jeder Fußballen ein weiteres Viertel. Selbst ein unsportlicher Mensch tritt in seinem Leben rund zehn Millionen Mal mit den Füßen auf die Erde.

Dennoch findet man in keinem Fitnesscenter ein Gerät, das speziell den Füßen etwas Gutes täte. Sich mit seinen Füßen näher zu befassen, fällt kaum jemandem ein. Erst wenn sie schmerzen oder krank werden, schenken wir ihnen Beachtung.

Da wundert es nicht, dass neun von zehn Deutschen kranke Füße haben. Jeder vierte leidet außerdem an Venenschwäche in den Beinen mit dem Risiko von Krampfadern, geschwollenen und offenen Beinen.

Viele Nervenbahnen enden an den Fußsohlen. Wer seine Füße pflegt, tut deshalb etwas für den ganzen Organismus. Wer umgekehrt seine Füße vernachlässigt, schadet seinem gesamten Körper. Geschädigte Füße behindern nicht nur die Fortbewegung, sie können auch Schmerzen in den Knien und im Rücken verursachen. Die Wirbelsäule wird falsch belastet, Herz und Kreislauf werden in Mitleidenschaft gezogen. Kranke Füße können sogar Kopfschmerzen verursachen.

Dabei ist es gar nicht so kompliziert, den Füßen etwas Gutes zu tun.

Ganz wichtig: so oft wie möglich barfuß laufen. Jeder Schritt ohne Schuhe und Strümpfe massiert die Sohle, dabei wird die Fußmuskulatur optimal durchblutet.

Wer Neigung zu Krampfadern hat, sollte frühzeitig zum Venenspezialisten (Phlebologen) gehen, rät die Deutsche Venen-Liga e.V. Anschriften von Venenspezialisten bundesweit und die Venen-Fibel mit Tipps zur Vorbeugung gibt es kostenlos bei: Deutsche Venen-Liga e.V., Hauptgeschäftsstelle, Sonnenstraße 6, 56864 Bad Bertrich, Tel. +49 2674 1448, Gebührenfreie Venen-Hotline 0800 4443335, Internet www.venenliga.de