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Experten erforschen OP-Techniken für Krampfadern

Weltweit erste Studie verschiedener operativer Therapiemethoden bei Krampfadern – Enge Kooperation zwischen Universitätsklinikum Homburg und Mosel-Eifel-Klinik, Bad Bertrich


Krampfadern sind eine Erkrankung, die etwa 55 Prozent der Bevölkerung und damit viele von uns betreffen. Es handelt sich dabei um ein behandlungsbedürftiges Leiden, bei welchem Spätfolgen wie geschwollene Beine, Venenentzündungen, Thrombosen sowie Dunkelverfärbungen der Haut bis hin zu offenen Beinen drohen können.

Seit einigen Jahren bahnt sich in der Krampfaderbehandlung eine interessante Neuerung an:
Wenn bisher die Krampfadern operiert d.h. gestrippt (herausgezogen) worden sind, so kann man eine erkrankte Stammvene jetzt ohne größeren operativen Eingriff durch einen Laser-Katheter verschweißen. Die Technik wird seit einigen Jahren eingesetzt und scheint günstige Ergebnisse zu haben. Einige prominente Verfechter dieser Lasertechnik behaupten sogar, daß ihre Ergebnisse gleich gut wie die Strippingergebnisse seien.
Ob diese Behauptung jedoch stimmt, ist Gegenstand heftiger wissenschaftlicher Diskussionen. Die Gegner dieser Technik führen an, daß bisher überwiegend nur leichte Fälle behandelt worden sind und daß ausreichende Daten über den Langzeiterfolg als auch über die Komplikationsrate nicht vorliegen.

So ist insbesondere auf der gerade zu Ende gegangen 46. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie in Recklinghausen der Nutzen der Laser-Kathetertechnik intensiv und äußerst kontrovers diskutiert worden.

Bei allen Diskussionen bleibt als Fazit, daß leider verlässliche Untersuchungen, in welchen die klassische Varizenoperation mit der neuen Laser-Kathetertechnik verglichen wird, bisher fehlen. Weltweit gibt es somit noch keine zuverlässigen Daten zu diesem Problem.

Diesen Mangel möchte jetzt die Mosel-Eifel-Klinik in Bad Bertrich in Kooperation mit der Universitäts-Hautklinik in Homburg beheben. Beide Kliniken wollen eine klinische Studie durchführen, welche höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Der Fachausdruck hierfür heißt: Prospektiv randomisierte Studie nach den Prinzipien der Evidenz basierten Medizin. Die Studie wird gebilligt von der Ethikkommission der Universität Homburg und wird statistisch begleitet vom Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Medizinische Informatik derselben Universität.

Die erste Gruppe soll eine perfektioniert durchgeführte Krampfaderoperation in örtlicher Betäubung mit Stripping erhalten, wohingegen die andere Gruppe mit einem Laser-Katheter (also ohne Operation der Stammvene, aber mit operativer Entfernung der Astkrampfadern) behandelt werden soll.

Die Studie beinhaltet Nachuntersuchungen über fünf Jahre, so daß die Patienten in diesem Zeitraum jährlich zur Kontrolluntersuchung kommen müssten. Die Patienten, die bei der Studie mitmachen, erhalten hierfür aber auch erhebliche Vorteile:
Falls sie der OP-Gruppe zugeordnet werden, so wird der Eingriff vom leitenden Oberarzt bzw. Chefarzt der Mosel-Eifel-Klinik persönlich durchgeführt. Die Patienten erhalten einen bevorzugten OP-Termin. Die Kosten werden in vollem Umfang von den Krankenkassen getragen.

Falls sie in der Laser-Gruppe behandelt werden, so fallen hier ebenfalls im Rahmen der Studie keine Kosten für den Patienten an. Da die Laser-Therapie keine Kassenleistung ist, muss man sonst mit Kosten von zirka 1300,- € rechnen, welche der Patient privat bezahlen muß.

Das Ziel der Vergleichsstudie besteht darin herauszufinden, wie das mittel- und langfristige Ergebnis der beiden Therapieverfahren ist und welche Rate an Nebenwirkungen bzw. Patientenzufriedenheit sich durch die unterschiedlichen Techniken erzielen lassen.

Ganz besonders große Bedeutung hat die Frage, in welchem Anteil Krampfadern nach den eingeschlagenen Therapieformen wieder auftreten können.