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Jeder Zweite hat Beschwerden durch eine Venenkrankheit wie Krampfadern

Bei chronischen Venenleiden wird noch zu selten behandelt, besonders im Frühstadium. Im Rahmen dieses Ergebnisses der Bonner Venenstudie werden Versorgungslücken bei Patienten aufgedeckt.

„Schweregefühl oder Schwellneigung der Beine, aber auch Juckreiz oder Schmerzen beim Stehen können Hinweise auf eine Venenerkrankung sein, die möglichst schon im Frühstadium fachärztlich (phlebologisch) abgeklärt werden sollten", so Petra Hager-Häusler von der Deutschen Venen-Liga e.V.. Die Vorteile der frühzeitigen Therapie sind eindeutig: Unangenehme Beschwerden bzw. Schmerzen werden beseitigt. Gleichzeitig wird das Fortschreiten des Venenleidens, wie Venenentzündungen oder Venenthrombosen, verhindert.

In der Bonner Venenstudie wurden bei 3072 per Zufall ausgewählten Teilnehmern zwischen 18 und 79 Jahren Häufigkeit und Ausprägung von chronischen Venenerkrankungen untersucht. Demnach haben nur zehn Prozent der Bevölkerung keine Veränderungen der Venen. 59 Prozent haben Besenreiser oder retikuläre Venen, bei 14 Prozent besteht eine Varikose, und 13 Prozent haben Ödeme. Nur 0,7 Prozent haben ein abgeheiltes oder florides offenes Bein (Ulcus cruris). Mehr als die Hälfte der Bevölkerung klagt über typische Beschwerden, aber insgesamt wird weniger als ein Viertel der Betroffenen behandelt. In den Anfangsstadien der Erkrankung liegen die Behandlungszahlen unter 50 Prozent.

Nach den Ergebnissen der Bonner Venenstudie werden bislang erst 41 Prozent der Patienten mit ersten Schwellungen im Unterschenkelbereich und 39 Prozent der Patienten mit Krampfadern ohne Hautveränderungen venenspezifisch behandelt. Etwas besser sieht es bei den höheren Schweregraden aus: 74 Prozent der Patienten mit Hautveränderungen und 100 Prozent der Ulcus-Patienten erhalten eine spezifische venöse Therapie.

Anschriften von Venenspezialisten bundesweit gibt es bei der Deutschen Venen-Liga e.V., Hauptgeschäftsstelle, Sonnenstraße 6, 56864 Bad Bertrich, Tel. +49 2674 1448, Gebührenfreie Venen-Hotline 0800 4443335, Internet www.venenliga.de