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Sommer-OP - Viele Vorteile für die Krampfaderoperation

Phlebologischer Fachkongreß der vena-Gruppe kommt zu klarem Urteil

Hilden. Entgegen der häufig noch weit verbreiteten Meinung, Krampfaderoperationen NICHT im Sommer vornehmen zu lassen, kamen Venenspezialisten (Phlebologen) auf ihrer Fachtagung in Hilden zu einem eindeutigen Urteil: „Gerade im Sommer hat der Eingriff für den Patienten viele Vorteile", sagt Dr. Norbert Frings, Chirurg, Phlebologe und Chefarzt der Mosel-Eifel-Klinik, Venenfachklinik in Bad Bertrich. Denn: „Mit der innovativen, modernen und schonenden Operationstechnik – einer Kombination aus Crossektomie, Laser und Chiva - treten bei den Patienten kaum Hämatome auf, sie tragen die Kompressionsstrümpfe maximal zwei Wochen und können nach wenigen Tagen wieder an den Arbeitsplatz zurück".

Diskutiert wurde auch das Thema Hygiene, für Patienten ein wichtiges Argument, sich gegen die Sommer-OP zu entscheiden. Dazu Dr. Eva Haas, Chefärztin der Schlossklinik Abtsee, Venenzentrum Oberbayern: „Viele Venenpatienten fürchten, dass sie im Sommer mit den operierten Beinen nicht duschen dürfen. Darum gingen wir wissenschaftlich der Frage nach, ob die Heilung frisch operierter Wunden durch Duschen beeinflusst wird beziehungsweise, ob die Wundheilung durch Wasserkontakt verzögert oder gefährdet wird." Dr. Haas: "Wir können eindeutig Entwarnung geben. Unsere annähernd 1.000 Varizenpatienten einschließende Studie mit Wunden an der gesamten unteren Extremität bestätigt, dass postoperatives Duschen ab dem zweiten Tag nach dem Eingriff keinen nachteiligen Einfluss auf den Gesamtheilungsverlauf hat und den Patientenkomfort steigert."

Dr. Karin Heider, Chefärztin der Klinik im Park, Venenzentrum Nordrhein-Westfalen, gab aufgrund ihrer langen Erfahrung mit jährlich über 4.000 Krampfaderoperationen einen weiteren interessanten Aspekt zu bedenken: „Ohne die notwendige Operation verschlimmert sich der Varizenbefund weiter. Es erhöht sich darüber hinaus die Gefahr einer tiefen Beinvenenthrombose ebenso wie die der lebensgefährlichen Embolie und eines offenen Beines. In jedem Fall müssen Patienten ohne Operation während des gesamten Sommers Kompressionsstrümpfe tragen – natürlich auch auf den Flugreisen in die Ferien!"

Die phlebologische Medizin hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht, so dass die Kongressteilnehmer eine weitere Variante der schonenden Sommer-OP diskutieren konnten. „Die narbenfreie Sommertherapie wird ambulant angeboten und in örtlicher Betäubung angewendet. Der Eingriff hinterlässt nur Mini-Einstiche, die in der Regel weitgehend narbenfrei verheilen. Die Patienten können sofort nach dem Eingriff wieder nach Hause fahren. Das Tragen von Kompressionsstrümpfen kann auf zirka zwei Wochen verkürzt werden", erklärten die Venenfachärzte Dr. Konstanze Kallmann und Dr. Jürgen Sauber von der Hofgartenklinik Aschaffenburg.

Obwohl es sich bei Krampfadern um ein weit verbreitetes Beinleiden handelt, an dem viele Millionen Menschen in der Bundesrepublik leiden, steht für viele der ästhetische Aspekt im Vordergrund. „Jede zweite Frau hat Krampfadern und damit zunächst ein ästhetisches Problem. Besonders im Sommer sollen die Beine makellos schön sein und natürlich keine Narben zeigen", erklärte Petra Hager-Häusler, Geschäftsführerin der Deutschen Venen-Liga e.V.. Aufklärung und Information über die modernen und schonenden Behandlungsmethoden sind eine zentrale Aufgabe der Deutschen Venen-Liga. Einig waren sich die Experten am Ende der Fachtagung: „Wer einen ärztlich empfohlenen Operationstermin in den Herbst verschiebt, geht ein Gesundheitsrisiko ein."