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Weltthrombosetag: Krampfadern erhöhen das Risiko

In Deutschland sterben jährlich ca. 100.000 Menschen an den Folgen von Ve-nenthrombosen. Mit dem 2. Weltthrombosetag am 13. Oktober 2015 (Dienstag) wollen interna¬tionale und nationale Fachgesell¬schaften die Bevölkerung für Ve-nen¬thrombosen sensibilisieren. Auch die Deutsche Venen-Liga e. V. (DVL), eine der größten Patientenorganisationen in Deutschland, unterstützt diesen Tag. Im Interview DVL-Präsident Dr. Michael Wagner.

Warum ist der Deutsche Venen-Liga das Thema Thrombosen wichtig?
Dr. Wagner: Unbehandelte Krampfadern können eher eine Thrombose entwi-ckeln, aus der die lebensgefährliche Lungenembolie entsteht. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Patienten mit Krampfadern zu motivieren, so früh wie möglich zu einem Venenspezialisten zu gehen, auch um abklären zu lassen, ob sie ein Thromboserisiko haben.

Welcher Körperstellen sind besonders gefährdet?
Dr. Wagner: Besonders häufig kommt eine Thrombose in den Beinvenen vor – doch auch andere Gefäße im Körper können betroffen sein. Seltener ist eine Thrombose im Arm oder im Becken. Die Symptome sind ähnlich.

Was passiert bei einer Thrombose?
Dr. Wagner: Es bildet sich ein Blutpfropf (Thrombus) in einem Blutgefäß, er be-hindert den Rückfluss des Blutes zum Herzen. Löst sich das Gerinnsel von der Gefäßwand, kann eine gefährliche Lungenembolie entstehen. Daher ist es wich-tig, Anzeichen einer Venenthrombose richtig zu deuten und schnell einen Arzt aufzusuchen.

Woran erkennen Betroffene, ob sie gefährdet oder gar schon betroffen sind?
Dr. Wagner: Beschwerden zeigen sich häufig in Form einer Schwellung des Bei-nes, Schmerzen oder Spannungsgefühl in der Wade. Der Venenspezialist kann mit moderner Ultraschalldiagnostik die Thrombose bestätigen oder ausschließen. Die Symptome sind leider nicht immer eindeutig: Das können z. B. muskelkaterartige Wadenschmerzen, Überwärmung, Fieber, gespannte Glanzhaut, Wadendruckschmerz oder auch eine Erhöhung der Entzündungswerte im Blut sein.

Steigt das Risiko bei längeren Autofahrten oder Flugreisen?
Dr. Wagner: Wer Symptome bei sich bemerkt, die auf eine Thrombose hindeuten könnten, sollte immer sofort einen Arzt aufsuchen. Insbesondere nach einer lan-gen Reise mit Auto, Bus, Bahn oder Flugzeug ist es wichtig, aufmerksam auf mögliche Anzeichen einer Thrombose zu achten. Denn langes Sitzen ohne aus-reichende Bewegungspausen erhöht das Risiko einer Thrombose. Darum die Beine auch im Flugzeug bewegen und z. B. aufstehen.

 

 



 

Weitere Informationen:
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Deutschen Venen-Liga e.V., Hauptgeschäftsstelle, Sonnenstraße 6, 56864 Bad
Bertrich, Tel. +49 2674 1448, Gebührenfrei 0800 4443335, E-Mail:
info@venenliga.de, www.venenliga.de